Die Kleinen kommen – Kinderbetreuungseinrichtungen bereiten sich vor

Mit Inkrafttreten des Tagesbetreuungsausbaugesetzes (TAG) 2005 wurde der Ausbau von Betreuungsplätzen für unter 3jährige in Deutschland auf den Weg gebracht.

Kinderbetreuungseinrichtungen sind gefordert, ihr Angebot um eine Krippengruppe zu ergänzen oder unter 3jährige in bereits bestehende Gruppen zu integrieren.

Erfreulich ist das hohe Bewusstsein vieler Einrichtungen in Trier und Umgebung für die besonderen altersspezifischen Bedürfnisse der Kleinen und die Begrenzungen der Erzieherinnenausbildung diesbezüglich.

Für viele ist es selbstverständlich, die Erweiterung ihrer Zielgruppe auf unter 3jährige umfassend vorzubereiten. Einige nutzen dazu u.a. auch unser Weiterbildungsangebot, was uns sehr freut. In den Weiterbildungen lerne ich (Susanne Stroppel) über die Erzieherinnen viele Einrichtungen kennen.

Oft bin ich beeindruckt von der hohen Qualität, die bereits besteht oder angestrebt wird. Eine Kind gerechte elternbegleitete Eingewöhnung häufig über 2-3 Wochen, das Angebot einer Bezugserzieherin und beziehungsvolle Pflege, um nur einige Beispiele zu nennen, sind in der deutschen Grenzregion häufig Standard. Durch die große Bereitschaft der Erzieher/innen, sich weiterzubilden, ist das Fachwissen umfassend und tiefgründig.

Nicht ausreichend sind die gesetzlich vorgegebenen Rahmenbedingungen. Für eine Krippengruppe sind eine Gruppengröße von 10 Kindern unter drei und 2 Vollzeiterzieherinnen vorgesehen. Von Expert/innen gefordert wird eine maximale Gruppengröße von 8 Kindern bei einem Betreuungsschlüssel von eine Erzieherin auf 3 Kinder.

Erfreulicherweise hat Rheinland Pfalz sich entschieden, einen höheren Standard in der Krippenbetreuung zu verwirklichen. Darüber hinaus können die Kostenträger vor Ort – also die Gemeinden, Träger und Vereine – bessere Bedingungen wie gesetzlich vorgegebene Mindeststandards finanzieren.

Und viele tun dies auch. Ein Beispiel, das wir nennen möchten, ist die Kindertagesstätte Sirzenich in Trierweiler. Sie feiert am 30. August 2008 die Eröffnung ihrer Krippe. Der Kreisverband Trier-Saarburg finanziert hier für zwei Krippengruppen a 10 Kinder je 3 Erzieherinnen (zwei Vollzeit-, eine 29,5 Stundenstelle). 9 von den 10 Krippenplätzen werden nur einmal vergeben, auch wenn die Kinder nicht den ganzen Tag oder nicht jeden Tag kommen. Ein Platz wird mit zwei Teilzeitkindern belegt. In der Praxis bedeutet dies: Die reale Gruppengröße wird bei 7-8 Kindern liegen und der reale Betreuungsschlüssel bei mindestens eine Erzieherin auf 3 Kinder. Selbstverständlich sind in den Arbeitszeiten der Erzieherinnen außerhalb der Öffnungszeiten Zeiten für tägliche Dokumentation sowie für Vor- und Nachbereitung vorgesehen. Außerhalb der Öffnungszeiten finden auch die regelmäßigen Teamsitzungen sowie Elterngespräche statt. Hierzu steht dem Team ein gemütlicher und großzügiger Personalraum zur Verfügung.

Die begrenzten Öffnungszeiten von 7.30 – 16.30 Uhr gewährleistet die so wichtige Konstanz der Bezugspersonen.

Zur hohen Qualität der Einrichtung tragen auch die günstigen Rahmenbedingungen bei. Zum einen konnte die Einrichtung zusammen mit der Architektin die Räume planen. Die Gemeinde Trierweiler ist großzügig auf die Wünsche und Bedürfnisse eingegangen. Die Gestaltung der Räume oblag allein der Entscheidung der Einrichtung. Raumgestaltung und Material sind optimal auf die Entwicklungsbedürfnisse von Säuglingen und Kleinkindern abgestimmt.

Solche Bedingungen fallen nicht vom Himmel. Auf der einen Seite gab es die Breitschaft der Kostenträger, auf der anderen das Engagement der Einrichtung und der Erzieherinnen, die sich diese guten Bedingungen auch „erarbeitet“ haben – mit Blick auf die frühkindlichen Grundbedürfnisse nach Körperkontakt, Ansprache, Zuwendung und Bindung.

Dieses Beispiel zeigt:

Eine qualitativ hochwertige Krippenbetreuung ist möglich – auch in ökonomisch angespannten Zeiten – wenn sich alle Beteiligten dafür einsetzen und in ihrem jeweiligen Verantwortungsbereich das irgendwie Mögliche (und scheinbar Unmögliche) tun.

Wenn Krippenbetreuung so hochwertig ist, dann ist sie ein wirklicher Bildungsraum. So viel mehr als bloße Betreuung, während die Eltern arbeiten.

Die Kita Sirzenich ist offen für Hospitationen. Interessierte melden sich bitte bei der Leiterin Claudia Mertes, Tel. +49-651-88511.

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KaSu konsolidiert

Es erfüllt uns mit viel Freude und Zufriedenheit, unsere jeweiligen Tätigkeitsbereiche und Themenschwerpunkte zu vertiefen und zu erweitern.

In diesem Zusammenhang haben wir unsere Webseite neu strukturiert, um sie bei wachsender Komplexität benutzer/innenfreundlich zu halten.

Zum Beispiel haben wir alle Angebote und Informationen zu unserem Themenschwerpunkt „Frühe Kindheit“ unter einer Rubrik zusammengefasst.

Es gibt aber auch noch mehr Neues auf www.KaSu.lu . Stöbern lohnt sich!

Unsere Auftragslage ist steigend – an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle Kund/innen, die uns ihr Vertrauen schenken – und wir kommen an unsere Kapazitätsgrenzen. Deshalb wird uns unsere langjährige Freundin und Kollegin Frau Ina-Maria Wagner nun als freie Mitarbeiterin unterstützen. Sie möchte uns zunächst v.a. im Bereich Weiterbildung entlasten. Wir schätzen schon lange den fachlichen Austausch mit Ina-Maria Wagner und freuen uns, sie nun „mit im Boot“ zu haben.

Ina-Maria Wagner wird sich in der nächsten Newsletter selbst vorstellen.

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön auch an Magda Kowalczys, die uns im Büro unterstützt und bei Bedarf mit grossem Engagement und mit viel Liebe die Kinder von Klient/innen betreut. Unser Dank gilt auch ihrem Mann Christian Berrend, der uns im EDV-Bereich eine grosse und zuverlässige Hilfe ist und Sven Sauerwein, der unsere Webseite gestaltet und betreut und u.a. diese Newletter entwickelt hat.

Unser Leitsatz in der Kinderbetreuung „Qualität bedeutet Beziehung“ gilt auch für KaSu. Ohne Einbettung in ein nährendes und unterstützendes Beziehungsnetz wäre KaSu-Insitut nicht das, was es (geworden) ist.

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Neues von unserem Engagement im Bereich Frühe Kindheit

Zu unserem Fachartikel „Qualität in der Kinderbetreuung bedeutet Beziehung“ haben wir viel positive und ermutigende Rückmeldungen bekommen.

Vom Familienministerium wurden wir angefragt, eine Kurzfassung des Fachartikels für ein pädagogisches Handbuch für die „Maisons Relais pour Enfants“ (außerschulische Kinderbetreuung) zu schreiben. Darüber haben wir uns gefreut.

Weiter sind neue Kooperationen entstanden: zur Eltereschoul (Elternschule) und zur Initiativ Liewensufank (Initiative Lebensanfang).
In der Eltereschoul ist ein erster Vortrag zum Thema Bindung als Basis für die kindliche Entwicklung vorgesehen (siehe Veranstaltungen).
In Zusammenarbeit mit der Initiativ Liewensufank ist eine zweiteilige Veranstaltung zum Thema Bindung und deren Relevanz für außerfamiliäre Säuglings- und Kleinkindbetreuung vorgesehen. Zudem hat uns die Initiativ Liewensufank angefragt, einen Artikel dazu für ihre Zeitschrift baby-info zu schreiben.

Um die Qualität der Kinderbetreuung zu verbessern, braucht es mehrere Akteure. Wir freuen uns deshalb, dass wir im Rahmen der Initiativ Liewensufank die Möglichkeit erhalten, Eltern über Qualitätskriterien von Kinderbetreuungseinrichtungen zu informieren. Oft sind Eltern mit Situationen und Strukturen konfrontiert, die ihnen ein ungutes Gefühl machen. So hat uns u.a. eine Mutter berichtet, dass sie bei der Eingewöhnung ihres acht Monate alten Kindes maximal 15 Minuten nach dem Bringen bei ihm bleiben darf. Andere Eltern berichten, dass sie am ersten Tag aufgefordert werden zu gehen, auch wenn ihr Kind verzweifelt weint. Auch wenn in einigen Einrichtungen durchaus eine Eingewöhnung von ein bis zwei Wochen vorgesehen ist, sieht diese in der Regel folgedermassen aus: Ohne Anwesenheit eines Elternteils wird die Zeit, die das Kind in der Einrichtung verbringt, sukzessive verlängert. Gut informierte Eltern können hier klarer Position beziehen und ihr Kind schützen.

Aber auch von Kinderbetreuungseinrichtungen, die wir supervisorisch begleiten, erhalten wir Unterstützung indem einige Mitarbeiter/innen bereit sind, neue Wege zu gehen. Eine Einrichtung hat erstmals ausgehend von einer Fallsupervision die Eingewöhnung eines Kindes nach dem Berliner Modell gestaltet.

Ein weiterer Kontakt ist zu PD Dr. Karl Heinz Brisch entstanden (siehe Buchtipps), was mich (Susanne Stroppel) besonders freut, da ich vor 15 Jahren auf der kinder- und jugendpsychiatrischen Abteilung, in der Karl-Heinz Brisch als Stationarzt tätig war, als Erzieherin gearbeitet habe. Als leitender Oberarzt der Kinderklinik und Poliklinik im Dr. Haunerschen Kinderspital der Ludwig-Maximilian-Universität in München forscht und praktiziert er heute dort zum Bereich frühe Kindheit.
Er hat zwei Modellprojekte entwickelt.

1. SAFE (Sichere Ausbildung für Eltern) – eine Weiterbildung für Eltern, die zum Ziel hat diese in der Entwicklung einer sicheren Bindungsbeziehung zu ihrem Säugling zu unterstützen (www.safe-programme.de)

2. B.A.S.E. (Baby-Beobachtung gegen Aggression und Angst zur Förderung von Feinfühligkeit und Empathie). Zielgruppe sind 3-6jährige Kindergartenkinder, die einmal pro Woche von einer Mutter und deren Säugling besucht werden und in diesem Rahmen lernen, sich in die Emotionen und Motivationen von Mutter und Kind einzufühlen (www.base-babywatching.de).

Wir finden beide Projekte hochspannend und sind derzeit auf der Suche nach Kooperationspartnern in Luxemburg und der Grossregion, um SAFE und B.A.S.E. auch hier anbieten zu können.

Wir sind gespannt auf die weiteren Entwicklungen in diesem Bereich und freuen uns, dass KaSu-Insitut eine Vernetzung mit Menschen erfährt, die sich im Bereich Frühe Kindheit engagieren.

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Entwicklungsförderliche Beziehung zu einem Säugling / Kleinkind unterstützen

Ute Ziegenhain, Sigrid Gebauer und Anne K.Kolb (Universitätsklinikum Ulm) haben Kooperation mit Barbara Reichle (Pädagogische Hochschule Ludwigsburg) in Auftrag des Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit das Landes Rheinland Pfalz ein Kursprogramm entwickelt. Es trägt den Titel „Auf den Anfang kommt es an – ein Kurs für junge Eltern“.

Der Kurs ist inclusive Videodemonstrationen, Präsentationen, Arbeitsblätter und Informationsmaterial klasse aufbereitet und eignet sich hervorragend auch für die Fortbildung von pädagogischen Fachkräften (z.B. Erzieher/innen), die Säuglinge und Kleinkinder z.B. einer Krippe betreuen.

Psychotherapeut/innen mit Erfahrung in der Arbeit mit Eltern (bzw. primären Bezugspersonen) und ihren Säuglingen haben so Material zur Verfügung mit dem sie Eltern bzw. andere Bezugspersonen beim Aufbau einer positiven und entwicklungsförderlichen Beziehung mit dem Säugling/Kleinkind unterstützen können.

Videogestützt vermittelt der Kurs wertvolles Wissen, wie zum Beispiel:
– Wie zeigt ein Baby, wie es ihm geht und was es braucht?
(Babys richtig verstehen)
– Welche wichtigen Grundbedürfnisse hat ein Baby und welche
Unterstützung braucht es wann? (Feinfühliges Verhalten)
– Wie kann ich ein Baby beruhigen? (Gestuftes Trösten)
– Was ist bezüglich Wickeln, Füttern, Schlafen wichtig?
– Wie kann ich ein Baby sanft in einer Krippe eingewöhnen?

Wir nutzen dieses Material in der Eltern-Kind-Beratung, in der Weiterbildung von Erzieher/innen sowie in Supervision. Gezielt eingesetzt ist es für uns ein wertvolles Arbeitsinstrument und für unsere Kund/innen anregend und hilfreich.

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Qualität in der Kinderbetreuung bedeutet Beziehung

In jüngerer Zeit wird die Bedeutung der frühen Kindheit zunehmend diskutiert. Vielfältige Angebote wurden in den letzten Jahren für junge Eltern eingerichtet. Diese reichen von speziellen Beratungsangeboten bis hin zu Elternkursen (z.B. Elternschoul).

Ziel all dieser Angebote ist es, junge Eltern beim Aufbau einer positiven und entwicklungsförderlichen Beziehung mit ihrem Säugling zu unterstützen. Sichere Bindungserfahrungen des Kindes gelten als wichtiger Schutzfaktor für die weitere Entwicklung. Es geht darum, diesen Schutzfaktor zu nutzen, um späteren Verhaltensauffälligkeiten und Entwicklungsschwierigkeiten vorzubeugen. Für die Gesellschaft sind diese sehr kostenintensiv.

Erfreulich ist, dass begonnen wurde, die Infrastruktur der Kinderbetreuung auszubauen. Während die oben erwähnten Angebote für junge Eltern auf Erkenntnissen der Entwicklungspsychologie, der Säuglingsforschung und der Neurobiologie basieren, wird dieses wertvolle Wissen jedoch noch oft nicht hinreichend bei der Gestaltung ausserfamiliärer Säuglings- und Kleinkindbetreuung berücksichtigt.

Wir sind beide sowohl als Supervisorinnen in der Kinderbetreuung in Luxemburg als auch in der Weiterbildung von pädagogischen Fachkräften in Deutschland und Luxemburg tätig.

Dabei beobachten wir in Luxemburg in Einrichtungen der Säuglings- und Kleinkindbetreuung einen Betreuungsschlüssel von einer anwesenden pädagogischen Fachkraft auf sechs Säuglinge und Kleinkinder (0-2 Jahre), wobei dieser stundenweise überschritten werden darf (in Maisons Relais um 33%; Ausführungsbestimmungen vom 20.07.2005). In Deutschland variiert der Betreuungsschlüssel in dieser Altersgruppe von 1:4,5 in Rheinland Pfalz bis 1:8 in Berlin. Weiter begegnen wir vereinzelt Gruppengrössen von bis zu 17 Säuglingen und Kleinkindern. Viele von ihnen verbringen acht Stunden und mehr (manchmal bis zu 12 Stunden) in der Einrichtung, bei gelegentlich nur wenig „Urlaubstagen“ im Jahr.

Zunehmend werden in Maisons Relais unqualifizierte Betreuungspersonen (das Gesetz erlaubt bis zu 20%) beschäftigt. Die restlichen 80% werden qualifiziert genannt, darunter fallen jedoch auch Menschen, die lediglich gering qualifiziert sind. Hierzu gehören Menschen, die eine Weiterbildung von 100 Stunden erhalten (nach Abschluss der 11. Klasse), Aide Socio Familiale, in deren Ausbildung 110 Stunden zum Bereich Kindheit und Familie vorgesehen sind, Hilfserzieher/innen (CATP Socio éducatif) sowie Auxiliaire économe. Lediglich 40% müssen mindestens die Qualifikation Erzieher/in haben.

Weiter beobachten wir, dass in der Eingewöhnungsphase die Bedürfnisse des Kindes zu kurz kommen. So wird ein Kind bereits (manchmal schon am ersten Tag) alleine in der Einrichtung gelassen, ohne dass es Zeit hatte, eine ausreichend vertraute Beziehung zu einer/einem Erzieher/in aufzubauen.

Expert/innen (vgl. z.B. Remo Largo 2004, Karl-Heinz Brisch, nach Wilhelm, 2005) empfehlen eine maximale Gruppengröße von acht Säuglingen und Kleinkindern (0-3 Jahre) bei einem Betreuungsschlüssel von 1:3. Wassilios Fthenakis (2003) vertritt dabei, dass nach Gruppengrösse und Betreuungsschlüssel die Anzahl der Stunden, die ein Kleinkind in Gruppenpflege verbringt, ohne überfordert zu sein, für die Qualität entscheidend sei. In der Literatur finden sich Empfehlungen von maximal 20-30 Wochenstunden. Auch sei es wichtig auf gut ausgebildetes Fachpersonal zurückzugreifen. Die Faustregel „Je jünger die Kinder desto besser ausgebildet die Betreuer/innen“ wird in diesem Zusammenhang häufig genannt (vgl. z.B. Fthenakis und Largo). Dabei ist es wichtig, dass die pädagogischen Fachkräfte speziell für die Betreuung von Säuglingen und Kleinkindern weitergebildet sind. Denn Säuglinge und Kleinkinder brauchen nicht nur besondere Hinwendung und Aufmerksamkeit. Sie brauchen ein komplett anderes pädagogisches Angebot als über Dreijährige.

Zur Eingewöhnung empfiehlt das Institut für angewandte Sozialistations-forschung (INFANS, 2007) u.a. dass eine elterliche Bezugsperson das Kind in den ersten Tagen in der Einrichtung begleitet, eine ausreichend vertraute Beziehung zu einer/einem Bezugserzieher/in aufgebaut wird und das Kind erst dann schrittweise alleine in der Einrichtung bleibt. Dieses Modell wird unter dem Stichwort „Berliner Modell“ in Deutschland seit Jahren flächendeckend mit Erfolg praktiziert.

Mit Blick auf kindliche Grundbedürfnisse deren Erfüllung sowohl für eine gute seelische als auch für eine optimale kognititive Entwicklung essentiell sind, betrachten wir die Situation und die Entwicklung in der ausserfamiliären Säuglings- und Kleinkindbetreuung hier in Luxemburg aber auch in Deutschland mit grosser Sorge.

Es ist uns ein Bedürfnis, mit diesem Artikel sowohl eine Diskussion als auch Veränderung anzuregen.

Weil uns Kindeswohl genauso am Herzen liegt wie Ihnen!

> Qualität in der Kinderbetreuung (Fachartikel als PDF)

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KaSu wächst und gedeiht – unter anderem auch: zusammen

Bei der „Fusion“ unserer beider Ein-Frau-Unternehmen vor zwei Jahren haben wir mit KaSu-Institut ein gemeinsames Dach geschaffen. Unter diesem haben wir meist getrennt voneinander gearbeitet, wenn auch in stetigem Austausch. Es gab viel Ka + Su und etwas KaSu.

Durch das beständige Anteilnehmen an den wechselseitigen Erfahrungen und Entwicklungen ändert sich dies. Das, was die eine tut, berührt und verändert auch die andere in ihrer Arbeit.

So nimmt z.B. Karin an der Weiterbildung „Clown und Kommunikation“ teil, die Gestalt des Clowns ist jedoch in unserer beider Herzen eingezogen.

Die Entwicklung von Ka + Su zu KaSu spiegelt sich auch in der Gestaltung unserer Internetseite. Die beiden Spalten verschwinden mehr und mehr zugunsten einer gemeinsamen Darstellung.

Für diese Ausgabe unseres Newsletters, mit dem Schwerpunkt Psychotherapie, haben wir entsprechend die Seite Psychotherapie neu gestaltet:

KaSu wächst auch in die Tiefe. Es ist uns wichtig, dass unser Handeln in den einzelnen Arbeitsbereichen rückgebunden ist an Theorien und Werte. Sie finden diese in den „Quellen aus denen wir schöpfen“ dargestellt:

KaSu wünscht: Viel Freude beim Lesen!

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Bericht einer Psychotherapieklientin

„So, jetzt muss was passieren! Es reicht mir!“ – das hab`ich mir nach einer langen Zeit, in der mich verschiedene Ängste und Zwänge sehr gequält und gebremst haben, gedacht.

Und bei der Suche nach professioneller Hilfe bin ich im Internet auf die KaSu-Seite gestoßen, die mir auf Anhieb gut gefallen hat: gescheite Information in ansprechender Aufmachung. Der Termin für ein erstes Gespräch war schnell vereinbart.

Das war vor gut einem Jahr. Und nach dem heutigen „Stand der Dinge“ kann ich nur sagen: Es war und ist eine absolut gute und passende Entscheidung, mich der oft sehr anstrengenden und langwierigen Arbeit mit mir selbst zu stellen. Allein wird man auf Dauer mit solchen Problemen nicht fertig, sondern verfährt sich nur immer tiefer in der ganzen Misere. Was für ein Glück, dass es Profis gibt, die unterstützen und „Wegweiser“ (gehen muß man aber selbst!!!) sind! Man muß allerdings auch bereit sein, viel von sich preiszugeben. Das wiederum setzt die/den „passende(n)“ Therapeutin/Therapeuten voraus. Ich bin fündig geworden und sehr froh darüber, daß ich durch die Psychotherapie solche Fortschritte gemacht habe.

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Bereicht eines Psychotherapieklienten

Die ersten Anzeichen für eine sich anbahnende Depression zeigten sich bei mir Ende der 90er Jahre. Meine seelischen Probleme waren beruflich bedingt. Als ich Anfang 2000 im Büro anfing, mit Dingen um mich zu schmeissen, gab mir ein Kollege den Tipp, einen Psychologen aufzusuchen, mit dem er sehr gute Erfahrungen gemacht hatte.

Ich fühlte mich verletzt und reagierte anfangs wütend auf diesen Vorschlag (ich beim Klapsmühlendoktor ???), doch als sich die Situation verschlimmerte, fragte ich nach einem Termin bei dem erwähnten Psychologen.
Dort machte ich meine ersten, sehr guten Erfahrungen mit dem, was ich anfangs als Psycho-Ding bezeichnete.

Nach einem halben Jahr fühlte ich mich besser, doch da sich in meinem Beruf nichts veränderte, wurde ich schnell wieder rückfällig und verfiel nun in sehr tiefe Depressionen. Ich suchte mehrere Psychiater auf, die mich zwar mit Medikamenten vollstopften, das eigentliche Problem damit jedoch nicht lösten.

Am Ende meiner Kräfte angelangt, landete ich schlussendlich in Bad Neuenahr-Ahrweiler, wo ich während drei Monaten mit einer Therapie gegen meine Depressionen anzukämpfen versuchte.

Ich war enttäuscht. Alle Therapien schlugen bei mir kaum an, doch dann wurde ich in eine Psycho-Drama-Gruppe geschickt – und war fasziniert.
Gleich am Anfang wurde ich als Statist in diesem Rollenspiel eingesetzt, und obwohl ich das ganze für Humbug hielt, verliess ich die Gruppe nach zwei Stunden und war beeindruckt. Im Laufe der Zeit sollte sich zeigen, dass ich zum ersten Mal, nach vielen Jahren, eine Therapie gefunden hatte, die mich weiterbrachte. Was umso deutlicher wurde, als in einer der Sitzungen mein Fall besprochen und bearbeitet wurde. An diesem Tag hatte ich so etwas wie eine Erleuchtung, plötzlich sah ich Türen, die nicht mehr verschlossen waren, sondern mich dazu einluden, einzutreten.

Leider konnte ich an dieser Therapie nur ein halbes dutzend Mal teilnehmen, dann fuhr ich wieder nach Hause. Da ich während meinem Aufenthalt in der Klinik allerdings sehr schlechte Nachrichten erhielt, hatte ich das Gefühl, nichts erreicht zu haben und war nahe dran, aufzugeben (im wahrsten Sinne des Wortes).

Durch einen sehr guten Freund in Luxemburg (der ebenfalls Patient in Bad Neuenahr-Ahrweiler gewesen ist) bekam ich die Adresse von Frau Stroppel, einer Diplom-Psychologin. Die Tatsache, dass in ihrer psychotherapeutischen Praxis u.a. auch mit Psycho-Drama gearbeitet wurde, machte mich neugierig, und ich freute mich regelrecht auf weitere Erfahrungen in einer ähnlichen Gruppe.

Bis heute kam es nicht dazu – und das hat mir bis jetzt nichts ausgemacht. Die Gespräche, die ich seitdem regelmässig mit Frau Stroppel führe, tun mir sehr gut. Wir wühlen sehr viel in meiner Vergangenheit, besprechen aktuelle Situationen, und schon öfter hat sie mir – eher indirekt – gute Tipps gegeben, wie ich mit gewissen Problemen umgehen und sie angehen soll. Es geht mir besser, von Tag zu Tag, von Woche zu Woche.

Nun werde ich oft gefragt, was in dieser Therapie genau passiert. Nun, um ehrlich zu sein : ich weiss es nicht so genau. Das Reden hilft – und Frau Stroppels Reaktion auf meine Aussagen. Sie greift bestimmte Dinge, die ich erwähne, auf und vertieft sie mit mir. Dabei lerne ich Erstaunliches über mich, meine Fähigkeiten, meine Stärken, meine Schwächen. Ich erlebe selbst meine Vergangenheit neu, und viele Erlebnisse, die ich in meiner Kindheit und fast schon vergessen hatte, finden den Weg in meine Erinnerung zurück, und ich habe feststellen müssen, dass die Ursprünge für meine Depressionen nicht nur auf meinem Arbeitsplatz zu finden sind.

Ich bin durch eine schwere Zeit gegangen, mit vielen Tränen und Mutlosigkeit. Irgendwie haben die Gespräche mit Frau Stroppel mein Interesse an meinen Hobbys (der Musik, dem Taekwondo, meinem Lieblingssport) – und an meinem Leben – wieder geweckt.

Ich kann jedem, der mit Depressionen zu kämpfen hat, nur dringend empfehlen, so wie ich Hilfe aufzusuchen, denn man wird die Probleme nicht allein lösen können, schon gar nicht mit Antidepressiva und Schlaftabletten. Zwar hat man Freunde, mit denen man reden kann, doch sollte man deren Hilfsbereitschaft nicht zu sehr in Anspruch nehmen, weil man sie dadurch doch sehr belastet, weil sie zwar Ratschläge geben können, mit der Zeit wahrscheinlich aber auch des ewigen « Es-geht-mir-nicht-gut » Gelabere überdrüssig werden. Ich jedenfalls habe diese Erfahrung gemacht. Daher sollte man sich mit Menschen zusammen setzen, die für solche Gespräche ausgebildet wurden, Abstand dazu haben und denen man auch Dinge erzählen kann, die man dem besten Freund lieber vorenthalten will. Denn manchmal erfährt man auch Dinge über sich, die ein guter Freund nicht wissen muss.

R. Halsdorf

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