La Yurta de Kurukan – ein Kinderparadies der anderen Art in Südspanien

Seit 8. Oktober nehmen wir am vierwöchigen Worldschool Village in Südspanien teil. 20 Autominuten von der Costa Blanca entfernt im wunderschönen Hinterland befindet sich das kleine Örtchen Benimeli … und drei Fahrradminuten ausserhalb von Benimeli umgeben von Orangenplantagen befindet sich La Yurta de Kurukan. Yolanda und Icidro leben hier mit ihrem kleinen Sohn und haben auf ihrem Grundstück rund um ihr Häuschen ein kleines Paradies erschaffen. Ein Kinderparadies der anderen Art. Nein, hier findet man kein Erlebnisschwimmbad mit imposanten Rutschen, keinen Streichelzoo und keine modernen Spielgeräte. (Wobei ich das alles nicht abwerten will … besuchen wir zuhause auch ab und an und haben unseren Spaß… alles hat seinen Ort und seine Zeit …)

La Yurta de Kurukan, das ist eine mit unglaublich viel Liebe und mit entwicklungspsychologischen Know-how vorbereitete anregende Umgebung für Kinder aller Altersstufen – mit einfachen bis einfachsten Mitteln. Über das Grundstück verteilt finden die Kinder unterschiedliche (Bildungs)Bereiche, in denen sie selbständig tätig werden können. Wobei sie je nach Alter natürlich die Begleitung und Unterstützung von uns Erwachsenen benötigen, um grundlegende Erfahrungen machen und vertiefen zu können. Hier einfach mal ein Ausschnitt der Angebote:

Sandplatz

Der Sandplatz ist ausgestattet mit Holzelementen, aus denen man eine Ritterburg bauen kann sowie mit Gefässen aus Holz. Mir fällt sofort das Fehlen des üblichen Plastksandspielzeuges auf. Dies hat aber – auf meine Nachfrage – keine pädagogische Intention.  Wir dürfen unser Plastikzeug einfach beisteuern.

 

 

 

 

 

Rollenspielbereich mit Kinderküche und Verkleidungsmaterial

Pool

Der Pool ist ein einfacher Aufstellpool und erfüllt dennoch seinen Zweck. Er bietet herrliche Erfrischung bei der Hitze hier und die Kinder haben viel Spass in ihm.

 

 

 

 

 

Schreinerei (hochwertig ausgestattet); diese dürfen die Kinder nur in Begleitung von Icidro nutzen; In den ersten Tagen haben die Kinder hier v.a. Schwerter und Schilde hergestellt. Mir fällt v.a. auf, mit welcher Achtsamkeit und Ernsthaftigkeit die Kinder hier in ihrem Tun begleitet werden. Die Kinder äußern zuerst ihre Wünsche, was sie herstellen möchten und zeichnen dann eine Skizze. Damit sie Icidro auch die Details ihrer Vorstellungen mitteilen können, steht für die deutschsprachigen Kinder Isabel als Übersetzerin zur Verfügung. Icidro begleitet und unterstützt die Kinder engagiert und konzentriert. Er achtet sehr auf eine kindgerechte und doch fachlich korrekte Ausführung der Arbeitsschritte.

 

 

 

 

 

Matschplatz: in der tonartigen Erde wurden mehrere ca. 15cm tiefe Gruben ausgehoben; gefüllt mit Wasser entstehen herrliche Matschgruben; die nasse Erde ist formbar; daneben eine Badewanne mit erdigem braunen Wasser, die unsere Jüngste sehr liebt…

 

 

 

 

 

Malplatz unter Bäumen: Kleine Tische und Stühle laden zum Malen ein; in Regalen befinden sich unterschiedliches Farbmaterial und Papier; alles beschriftet und gut sortiert. Seit heute gibt es hier auch einen Malort, inspiriert von Arno Stern. Icidro hat das Gestell für die Farben und Pinsel in seiner Wekstatt hergestellt. Dieses Angebot dürfen Erwachsene und Kinder nur zu bestimmten Zeiten und in Anwesenheit von Yolanda nutzen. Für mich ist es eine große Bereicherung einen Malort zu erleben. Neugierig  beobachte ich, wie Yolanda die Kinder in ihrem Tun begleitet. Yolanda ist es wichtig, einen geschützten Rahmen herzustellen. Malen dürfen jeweils 3-4 Kinder, alle anderen müssen den Bereich verlassen. Uns Eltern weist Yolanda an, die Kinder ruhig und v.a. bewertungsfrei zu begleiten. Also kein „Oh, wie schön du das gemalt hast“ und schon gar kein „Aber die Sonne ist doch gelb“, wenn ein Kind eine grüne Sonne malt. Am besten, die Bilder gar nicht kommentieren. Es ist faszinierend, in diese Atmosphäre einzutauchen und die Kinder in ihrem engagierten,  freudigen und konzentrierten Tun zu beobachten.

 

 

 

 

 

Bücher- und Ruheecke

 

 

 

 

 

Drumherum lädt eine vielfältige Natur zum Entdecken und Spielen ein.

Natürlich ist es hilfreich, dass bei Temperaturen um die 25 Grad und Sonne pur alles draussen stattfinden kann.

Ich habe das Ganze als Kinderparadies beschrieben. Natürlich ist der liebevolle Garten auch für uns Erwachsene ein Wohlfühlort. Ich, die ja eher ein Kochmuffel bin, mag vor allem die Aussenküche. Hier koche ich gerne, die Kinder spielen um mich rum oder helfen. Dabei geniesse ich den herrlichen Blick auf die Berge und den Austausch mit den anderen, die sich um mich tummeln

Womostellplatz im Orangenhain

Die Küche im Garten

Essplätze

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Ort, den ich noch sehr mag, den ich aber nicht so viel nutzen kann, da ich alleine mit den Kindern hier bin: inmitten des Gartens gibt es eine wunderschöne Jurte (die man auch via Airbnb zum Wohnen mieten kann). Hier finden Workshops für die Erwachsenen statt.

 

 

 

 

 

An dieser Stelle nochmal zurück zum Worldschool Village – organisiert von Adrian, Isabel, Jolanda und Icidro. Die Idee ist, dass Freilerner Familien für vier Wochen gemeinsam leben und miteinander und voneinander lernen. Die Kinder sollen unkompliziert Spielkameraden finden (ohne dass wir Erwachsenen Spieldates aufwendig organisieren müssen). Die Erwachsenen finden viele Möglichkeiten des Austauschs mit Gleichgesinnten. Es ist schön, neue Menschen kennen zu lernen und mit jeder Begegnung den eigenen Horizont zu erweitern. Ich genieße v.a. die Atmosphäre der Freundlichkeit und der Achtsamkeit hier.

Yolanda und Icidro, Isabel und Adrian, herzlichen Dank, dass ihr uns diese Erfahrungen hier ermöglicht!

Isabel und Icidro findet ihr auch auf Facebook unter Kurukan,  Isabel unter Irabela’s Familia en Movimiento

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