Ich gebe mein Kind in die Creche – das schadet ihm doch nicht!? Was Eltern wissen müssen.

Wir veröffentlichen diesen ca. 6 Jahre alten Artikel im Kontext und im Sinne der Unterstützung der Petition „Mei Elteren – manner Staat“. Obgleich es Bemühungen gibt, die bemängelte Qualität zu verbessern, hat sich an den Rahmenbedingungen kaum etwas geändert. Was sich geändert hat: Immer mehr Einrichtungen praktizieren eine elternbegleitete Eingewöhnung. Sie können jedoch im Anschluss an die Eingewöhnung oft nicht gewährleisten, dass die eingewöhnende Erzieherin auch anwesend ist, um morgens das Kind in Empfang zu nehmen.

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Der andere Papa

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Letztens erzählte uns ein befreundeter Papa folgende Begebenheit im Kindergarten seines jüngsten Kindes. Der Vater holte seinen Sohn im Kindergarten ab. Ein Mädchen näherte sich ihm und fragte:“Wer bist du?“ Darauf der Vater: „Ich bin der Papa von Paul[i].“ Das … Weiterlesen

Gut vorbereitet

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In Supervisionen von Kinderbetreuungseinrichtungen begegnet mir immer wieder, dass die Mitarbeitenden mir sagen, dass sie die Kinder vorbereiten wollen. Die Crèches bereiten die Kinder auf den Précoce vor. So wird mit 2 Jährigen das Zählen geübt. 1-2-3 das soll jedes … Weiterlesen

Thema: Homoelternschaft

Im Rahmen des Magazins Kloartext (RTL Luxemburg) wurde am Sonntag wurde eine Diskussionssendung zum Thema Homoelternschaft ausgestrahlt.

Hier der Link:

http://tele.rtl.lu/magazin/kloertext/363253.html

Vielleicht hat ja der ein oder die andere von euch trotz Weihnachtsvorbereitungen Lust, die    Kommentarfunktion von RTL zu nutzen, um die Diskussion etwas breiter zu machen.

Ein herzliches Dankeschön an Caroline Maart für Ihre achtsame Moderation. Besonders gefreut hat mich, dass Sie den Mut der Jugendlichen offen und öffentlich über ihr Leben bei Homoeltern zu reden, an gegebener Stelle sofort benannt haben.

Lernerfahrungen in der realen Welt

Wir hatten das Glück, dass wir drei Monate täglich Handwerker im Haus hatten. Was der Alptraum vieler Familien mit Kindern ist, gestaltete sich für uns zu einer wertvollen Erfahrung. Heute möchten wir darüber berichten.

Das tätige Leben also direkt vor Ort. Viele moderne Pädagogen fordern ja, dass sich Bildungseinrichtungen hin zum tätigen Leben öffnen. Oder wie Royston Maldoom[i] es formuliert, sollen Kinder nicht Jahre abgeschottet von der Welt auf die Welt vorbereitet werden.

Unser Sohn hat mit 3 Jahren geholfen, eine Mauer zu bauen. Kein Projekt, das die Realität versucht ab- und nachzubilden, sondern die Mauer, die heute unsere Wohnzimmerwand ist.

 

Unser Dank geht an dieser Stelle vor allem an die Firma Drangmeister www.drangmeister.de, die Noel diese vielen tollen Erfahrungen machen ließ. Hagen Drangmeister und seine Mitarbeiter haben Noel liebevoll mit einbezogen in ihre handwerklichen Tätigkeiten. Sie haben die ein oder andere Brotzeit mit ihm geteilt. Wenn sie bohren mussten haben sie gewartet, bis Noel sich verzogen hatte, weil ihm Bohrlärm Angst macht.   

Erfahrungslernen und die Neugierde der Kinder nutzen. Ja, das klingt gut – nur die Neugierde richtet sich oft nicht auf das vermeintlich pädagogisch Sinnvolle, sondern auf das, was wir Erwachsenen für wichtig erachten und mit Ernst betreiben. Da sind auch Kinder mit Ernst bei der Sache. Ein Beispiel: „Noel. Komm wir essen.“ Sehr ernsthaft sagt Noel, der mal wieder mit Hagen handwerkt, darauf hin: „Nein Mama, das geht nicht. Ich muss noch fertig arbeiten.“ Wie wunderbar der Kleine hilft, mit Ernst bei der Sache ist und vorsichtig im Umgang mit Werkzeug. Ja, und das Essen konnte in dem Fall tatsächlich warten.

Hier noch ein kleiner Ausschnitt dessen, was er alles noch gelernt hat:

Berufe kennengelernt: von der Architektin, über den Schreiner, die Gartenbauer, die Verputzer, die Heizungsbauer, die Elektriker und Anstreicherinnen hat er alle Gewerke mitbekommen.

Alle Werkzeuge gesehen: Eines Abends, als wir noch auf der Baustelle waren und zu ihm sagten, er soll die Schleifmaschine liegen lassen, kam die prompte Antwort: „Mama das ist keine Schleifmaschine, das ist eine Flex.“

Arbeitshaltung: Arbeiten ist etwas Wichtiges und etwas Tolles. Eines Morgens um 6 Uhr stand er in voller Montur (Schutzbrille, Schutzhelm und Bohrmaschine) im Schlafzimmer und sagte „Hier kommt der Handwerker.“

 

 

 

 

Sich in einer nicht kindergesicherten Umgebung auch ohne pädagogische Aufsicht bewegen: Noel hat sehr schnell gelernt und verstanden, was wirkliche Gefahren sind. Er hat sich nie in eine gefährliche Situation gebracht. Seine Impulse musste er kontrollieren, z.B. das Haus nicht zu verlassen, auch wenn die Tür aufstand. Im Alltag ist er bezüglich Impulse kontrollieren kein Held, aber auf der Baustelle hat er es geschafft.

Wir können allen nur empfehlen, eine Baustelle im Haus zu nutzen. Manche Handwerker mussten sich erst daran gewöhnen, dass da immer wieder mal ein Kind mit auf der Baustelle war. Das haben wir ihnen einfach zugemutet. Wir waren ja schließlich die Auftraggeberinnen. Noel haben wir zugemutet, auch mal weggeschickt zu werden. Das hat eines Abends im Bett zu folgendem Dialog geführt.

Mama Susanne: „Hagen freut sich, wenn du ihm hilfst.“ Noel: „Die Gartenbauer mögen das nicht.“ Darauf folgte ein erstes langes Gespräch über die Verschiedenheit von Menschen. 

Heute sitzen wir im  Wohnzimmer, die Wand die Noel mitgebaut hat im Rücken und freuen uns auf die nun kommende ruhigere Zeit. 


[i] Royston Maldoom: englischer Choreograf, bekannt durch seine tanzpädagogischen Projekte mit Jugendlichen. Das bekannteste Projekt ist im Film „Rhythm Is It!“ dokumentiert

BERICHTE AUS DER KASU-PRAXIS: Fachtagung 2009 – Rückblick und Ausblick

Jetzt ist es fast ein Jahr her, dass unsere Fachtagung zum Thema „Qualität in der außerfamiliären Klein(st)kindbetreuung bedeutet Beziehung“ stattgefunden hat. Zwischen den Teilnehmer/innen und den Einrichtungen aus Deutschland und Luxemburg fand ein lebendiger Austausch statt, was uns sehr gefreut hat – war dies doch eines unserer Hauptziele.

Nach einem Grußwort von Marie-Anne Rodesch (Ombudsfrau für Kinderrechte) hat Gilbert Pregno eine sehr engagierte, anregende und klare Einführung gehalten. Hier der Link: Einführung Gilbert Pregno Unser Tipp: Wirklich lesenswert!!!

In den Vorträgen und Ateliers im Anschluss waren über den ganzen Tag kindliche Grundbedürfnisse und deren Bedeutung für die Gestaltung außerfamiliärer Tagesbetreuung im Blick. Dr. Joachim Bensel Bensel(http://www.verhaltensbiologie.com/ –  sehr umfangreiche, informative und laufend aktualisierte Webseite!) setzte einen Schwerpunkt auf die immense Bedeutung einer ausreichenden elternbegleiteten Eingewöhnung und deren konzeptionelle Umsetzung,  z.B. nach dem Berliner Modell.

Hier ein kurzes Update der Entwicklungen auf luxemburgischer Seite seither:

1. Einige Crèches haben begonnen, die elternbegleitete Eingewöhnung einzuführen oder ihren bereits vorhandenen Ansatz ausgebaut. Andere informieren sich in spezifischen Weiterbildungen weiter zum Thema und wollen demnächst mit der Umsetzung beginnen.

2. Von vielen Eltern bekommen wir Rückmeldung, dass sie (auch nach unserer Veröffentlichung der Qualitätskriterien: http://www.kasu.lu/newsletter/dokumente/Kinderbetreuung-Artikel.pdf,  http://www.kasu.lu/dokumente/Ich_gebe_mein_Kind_in_die_Creche.pdf) gezielter nachfragen, was eigentlich in den Betreuungseinrichtungen passiert und warum. Eltern werden mutiger, ziehen die Anmeldung auch mal zurück oder nehmen ihr Kind wieder aus einer Einrichtung, wenn sie von deren Qualität nicht überzeugt sind.

Über beide Entwicklungen freuen wir uns sehr.

Wir danken allen Teilnehmer/innen und Unterstützer/innen, die der Tagung Leben und Farbe gegeben haben.

ENTWICKLUNGEN BEI KASU: Veränderungen

Good Bye Luxembourg

Unser Leben in Luxemburg mussten wir beenden, um das Leben zu leben, das wir wollen – ein Leben mit Kind(ern). In Folge der Diskriminierung durch die luxemburger Institutionen, findet dieses Leben seit November 2009 in Deutschland statt. Mit KaSu-Institut sind wir weiterhin in Wasserbillig ansässig und so gehören wir nun dem großen Heer der Grenzgänger an.

Natürlich war das nicht nur ein Umzug. Innerlich war es auch schmerzvoll das Haus, das wir liebevoll renoviert hatten, aufzugeben. Das rückständige und unfachliche Vorgehen der Beteiligten im luxemburger Pflegekinderwesen und Jugendgericht hat uns entsetzt. Die Diskriminierungen zu verarbeiten tat weh.

Uns neu aus- und einrichten, mit einem wunderbaren Kind in unserer Mitte, war aufregend, aufwühlend und eine intensive Zeit. Aktuell sind wir dabei, uns in unserem neuen Zuhause in Deutschland zu beheimaten und zu verwurzeln.

Ab Januar 2011 haben wir für die Bereiche Psychotherapie und Einzelsupervision in dem Haus, in dem wir leben, einen Praxisraum angemietet. Wir freuen uns, unsere Einzelkund/innen dann hier begrüßen zu dürfen.