Das Buch von Stefan Klein, der Autor von dem Bestseller „Die Glücksformel“ besticht in den ersten Teilen über eine schöne Sprache und manche Weisheit über das Erleben von Zeit.
Hier ein paar Kostproben:
„Zeitnot macht kurzsichtig für die Zukunft (S. 11). Und auch die Zeit sollte uns eine Freundin sein (S. 15). Dass wir die Kunst des Multitasking beherrschen, ist nur eine der vielen Illusionen, die das Gehirn uns zurechtzimmert (S. 194).“
Außerdem handelt es sich um ein Buch, das sich zwischen den ganzen Büchern zum Zeitmanagement erfreulich hervorhebt. Auch wenn Stefan Klein uns am Schluss einige Tipps gibt für einen anderen Umgang mit der Zeit, so geht es ihm um eine andere Kultur der Zeit. Also nicht darum, möglichst viele Termine möglichst effektiv in eine Liste, einen Terminkalender zu packen, um uns dann doch nicht daran zu halten.
Zeit ist neben dem was wir immer genauer mit Atomuhren messen können eben noch viel mehr.
Der Autor beschreibt z.B. eine Körperzeit, einen Rhythmus, den uns unser Körper vorgibt, und an den wir uns auch möglichst halten sollten, wenn wir einen befriedigenden Umgang mit unserer Zeit anstreben.
Darüber hinaus gibt es noch das Empfinden von Zeit.
Hier beschreibt der Autor den Unterschied zwischen „totgeschlagener“ Zeit und gelebter Zeit.
Die eine kann zwar kurzlebig vor dem Fernseher oder mit Computerspielen verbracht werden, bleibt jedoch ohne Erinnerung. Häufig hinterlässt sie nur ein schales Gefühl der Leere.
Ganz anders intensiv erlebte Zeiten, die wir als gelebtes Leben in Erinnerung behalten.
Wollen wir am Ende unseres Lebens oder nur am Abend eines jeden Tages lieber auf einen Berg von abgearbeiteten Listen blicken und uns fragen, wo unsere Zeit geblieben ist. Oder blicken wir lieber auf einen erfüllten Tag (oder ein Leben) zurück, welcher (welches) mit Erinnerungen angefüllt ist.
Stefan Klein zeigt in seinem Buch, dass wir hierzu viel selber beitragen können, z.B. indem wir uns auf das, was wir machen fokussieren, möglichst viel von dem tun, was uns auch motiviert und uns Zeiten der Muße gönnen.
Abschließen möchte ich noch mal mit drei Zitaten über die es sich sicher lohnt länger und mit Muße nachzudenken:
„Wir sind nicht gestresst weil wir keine Zeit haben. Sondern wir haben keine Zeit weil wir gestresst sind (S. 212). Der größte Teil des alltäglichen Gehetzt seins ergibt sich schlicht daraus, dass wir nicht bereit sind auf etwas zu verzichten (S. 237). Doch in welchem Tempo die Zeit für uns verrinnt, haben wir sehr wohl in der Hand (S. 284).“
Klein, Stefan (2006): Zeit – der Stoff aus dem das Leben ist. Eine Gebrauchsanleitung. Frankfurt am Main: Fischer Verlag.
ISBN: 3-10-039610-3