Warum lachen wir über Clowns

Clowns scheitern an den alltäglichen Dingen des Lebens. Dabei ist das Scheitern Programm. Deswegen darf man einem Clown auch nie seine Krise klauen. Oder anders ausgedrückt: Helfe nie dem Clown vom Stuhl!

Manchmal erkennen wir im Clown uns selber und über diese archetypische Figur können wir lachen und uns von unseren (meist) selbstgebauten Krisen distanzieren. Der Clown vergrössert und bietet uns einen Spiegel. Er zeigt uns mit wie viel Ausdauer und Aufwand wir unsere Krisen bauen und pflegen und er zeigt uns, dass Humor und Selbsterkenntnis dabei helfen, die Krisen zu durchschreiten.

Dass Lachen gesund ist, ist ja inzwischen hinlänglich bekannt. Die hohe Kunst des Lachens ist aber nicht die, über Dritte zu lachen sondern über sich selber.

Wir glauben, dass darin eine grosse Kraft liegt. Um diese auch in unserer beruflichen Tätigkeit nutzen zu können, wird Karin 2007 eine einjährige Ausbildung zum Thema Clown und Kommunikation an der Schule für Clowns in Mainz absolvieren.

Ein Beispiel für die hohe Kunst des Scheiterns aus dem Buch Forschergeist in Windeln (siehe Buchtips):

„Eines Tages kehrte Alison in einem Zustand der Verzweiflung aus dem Institut zurück, der berufstätigen Eltern wohl vertraut sein wird. Sie hatte erkannt, dass sie eine unfähige Forscherin war (eine ihrer Arbeiten war von einer Fachzeitschrift abgelehnt worden) und eine schlechte Lehrerin (ein Student hatte sich wegen einer Note beschwert). Und jetzt entdeckte sie noch, dass sie eine Rabenmutter war (die Hähnchenschenkel fürs Abendessen waren noch eingefroren). Wie jede richtig starke, zähe, berufstätige Frau in einer solchen Lage setzte sie sich auf`s Sofa und brach in Tränen aus. Ihr Sohn, damals nicht ganz zwei Jahre alt, blickte besorgt drein, dachte kurz nach und lief dann ins Badezimmer. Er kam mit einer grossen Packung Heftpflaster zurück und machte sich daran, Alison über und über damit zu bekleben: Hier handelte es sich eindeutig um eine Verletzung, bei der jede Menge Pflaster angesagt war. Wie viele Therapeuten irrte er sich in der Diagnose, aber seine Behandlung war äusserst effektiv. Alison hörte auf zu weinen.“
(S. 57)